Brunch im Wöltingeroder Ableger “Casino” am Rammelsberg

Anlässlich einer goldenen Hochzeit wollten wir einmal etwas anderes machen, als nur das immer gleiche „Kaffee trinken“. So passte es, das wir von Bekannten erfuhren, das das Klostergut Wöltingerode Sonntags einen Brunch anbietet und wir erkundigten uns über das Angebot. Das sah wie folgt aus:

Brunch

Sonn- und feiertags laden wir Sie herzlich zu unserem reichhaltigen Brunchbuffet ein. Warme und kalte Vorspeisen, verschiedene Hauptgerichte und köstliche Desserts stehen für einen idealen Start in den Sonntag zur Auswahl.

Genießen Sie von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr
· leckere Frühstücksgerichte und Backwaren
· verschiedene Vorspeisen
· Tagessuppe
· Salatauswahl mit marktfrischen Gemüse- und Blattsalaten
· Hauptgerichte mit Fisch, Fleisch und vegetarisch
· Dessertauswahl
· Für Kinder Waffeln zum Selber backen
· Kaffee, Tee, Mineralwasser und Saftauswahl (Nach unserem Besuch geändert – Getränke sind nicht mehr inklusiv!)

Gesagt, getan, wir telefonierten mit dem Anbieter. Dieser sagte uns, dass das Angebot jetzt im Casino Rammelsberg stattfinden würde. Für uns kein Problem und wir reservierten sofort telefonisch für den 10.01.2015.

Am besagten Sonntag sagten noch 2 Gäste mehr zu und wir wollten diese noch nachmelden. So riefen wir gleich vor Ort um 8:00 Uhr im Casino Rammelsberg an. Völlig perplex sagte man uns, dass keine Reservierung vorliegen würde. Irgendwie wurden wir dann wohl mehr oder weniger dann noch „dazu gequetscht“. Der Tag ging ja schon gut los, die Vorfreude war schon etwas getrübt.

Kurz nach 11:00 Uhr betraten wir das Lokal, welches als nicht Rammelsberg Kenner schon eine Herausforderung war dieses zu finden.

Eine Begrüßung oder ein Verbringen zum Platz gab es nicht, es war leider weit und breit kein Angestellter zu sehen. So gingen wir zum einzigen großen Tisch in dem Raum in der Hoffnung dies sei unser.

Beim Umschauen fiel mir auf, dass das Essen bereits begonnen hat, die anderen Gäste (es waren nur ein größerer Tisch und etwa 3 kleinere belegt). Wir legten unsere Jacken ab, indes war eine Mitarbeiterin anwesend, diese brachte uns extra einen Kleiderständer. Außerdem sagte Sie uns das der Kaffee zur freien Entnahme wäre, alle weiteren Getränke (Tee, Saft, Wasser) müssten wir bei Ihr bestellen.

Gesagt getan – schon gaben einige Ihre Getränkebestellung auf, andere nahmen sich einen Teller und starteten zum Buffet.

Auffällig war, dass ein wirklich großer Bereich als „klassisches Frühstück“ angerichtet war. Hier fanden sich Brot und Brötchen, Unmengen Müsli, eine etwas überdimensionierte Käseplatte und eine ebensolche Platte mit Wurst. Auch eine sehr große Fischplatte mit unterschiedlichen Sorten war zu finden. Alles war hübsch angerichtet und gekühlt. Außerdem verschiedene Aufstriche, Eier und Würstchen. Leider habe ich das Rührei nie gesehen – immer wenn ich etwas holen wollte, war der Behälter leer.

Im „warmen“ Bereich fanden sich die Warmhaltebehälter mit den Speisen. Leider waren diese allesamt um 11:20 Uhr noch verschlossen und jeder Gast musste umständlich mit Teller und eben diesem heißen Deckel hantieren, um an sein Essen zu kommen. Schade war auch, dass für manche doppelt belegten Behälter nur ein einziges Anlegebesteck vorhanden war. So klebte der Löffel für die Bratkartoffeln nur so voller Soße. Die Deckel wurden dann nach einer Weile entfernt und einfach auf einen angrenzenden Tisch im Gastraum gelegt. Dies ist nun auch kein toller Anblick gewesen, da der Tisch nicht weit von unserem entfernt stand. Hier hätten wir uns gewünscht, dass eine Ablagefläche in der Küche oder einem Abstellraum genutzt worden wäre.Ablage Deckel

Als Suppe gab es eine Maronensuppe, diese wurde aber anscheinend von allen Gästen verschmäht. Nach dem Probieren wussten wir, das es am Geschmack lag. Leider war dieser alles andere als schmackhaft. Sehr fad und gänzlich ohne würze.

Zur Auswahl standen an weiteren Gerichten: Hirschroulade, Fisch, Hackbraten, Hähnchenfilet überbacken, Bratkartoffeln, Nudeln, Kartoffelgratin, Rotkohl, hier fehlten für die Kinder Sachen wie Pommes oder Kroketten, aber auch Klöße – auch normales Gemüse wie Blumenkohl oder Brokkoli wären sehr angenehm gewesen. Als Nachtisch standen Kuchen, Waffeln, Schokobrunnen, Obstsalat, Parfait, Eisbombe (kam sehr spät) am Ende des Tisches. Geschmacklich soweit gut, die Auswahl eigentlich auch. Für den Preis haben wir allerdings meist eine weitaus größere Auswahl in anderen Häusern gehabt.

Der Service war eher weniger an unserem Tisch anzufinden. Es gab also nicht so häufig die Chance einen Getränkewunsch zu äußern. Die geleerten und benutzten Teller wurden relativ zeitnah entfernt.

Als eher negativ wurde empfunden das an der großen Kaffeekanne die Dosenmilch und der Zucker in Einzelportionen angeboten wurden. Also Müll ohne Ende. Schade, den es, wäre so einfach eine Kanne mit Dosenmilch aufzustellen, notfalls an jeden Tisch. Auch ein Zuckerstreuer ist kein No Go und wäre ein optimales Mittel zur Vermeidung von so viel Müll.

Leider fehlten am Schokobrunnen ein paar Sachen, hier stand eine Schale mit geschnittenem Obst – das war es aber auch. Dabei kann man hier so tolle Ideen einbringen: Marshmallows, Dekor wie Zuckerstreusel, eine schönere Obstplatte mit Sorten die sich besser für den Schokobrunnen eignen – Weintrauben, Banane, usw.

Gut gemeint war die Eisbombe – die wirklich sehr spät kam. Es waren bereits Gäste gegangen. Die Eisbombe wurde leider, so wie sie war auf den Tisch gestellt. Ohne Messer oder schon portioniert. Dabei kann man hier mit einem elektrischen Messer gut vorbereiten. Das Ende vom Lied: Jeder matschte mit einem Löffel an dem armen Teil rum uns so sah es dann auch aus; grauenvoll!

Optisch war auch am warmen Buffetteil kurz nach 12 Uhr nicht mehr viel los. Die Soßen teils vertrocknet und noch nicht einmal für das Auge wurden die wenigen verbliebenen Speisen etwas zusammengeschoben. Bratkartoffeln wurden durch Salzkartoffeln ersetzt, die zuerst ganzen Rouladen wurden jetzt nur noch in Scheiben angeboten. Der Hackbraten war gänzlich aus – die Platte blieb leer.

Ein trauriger Anblick, den die wenige Deko die zum Teil aus einzelnen Äpfeln bestand nicht wettmachen konnte. Auch ein simpler „Augenschmaus“ wie eine schöne Obstplatte wäre schon ein Highlight gewesen.  Auch ein wenig Pudding hat gefehlt.

Auch die Platten mit den kalten Speisen waren merklich verwüstet und wurden nicht weiter vom Personal bearbeitet. Die Wurstplatte wurde fast nicht angerührt – diese war viel zu groß. Hier wäre eine kleinere mit hin- und wieder einmal nachlegen schöner gewesen. Die Käseplatte zäh total zerfetzt aus, dass einzige Messer klebte und man mochte es schon nicht mehr anfassen. Eine millimeter dicke Schicht mit Schmierkäse klebte daran. Eine Gabel fehlte gänzlich.

Auf dem Boden lagen vereinzelte Obststückchen, diese wurden vom Personal auch nicht beseitigt, obwohl mehrfach Mitarbeiter darüber hinweg liefen. Eine absolute Stolperfalle.detail

IMG_20150111_122236Wo der Blick gerade zum Boden geht; dieser Bedarf dringend einer Reinigung. Bereits als wir unsere Plätze einnahmen, war der Boden verstaubt und war weitläufig voller Krümel. Das Mobiliar ist schon in die Jahre gekommen, die Stuhlbeine sind abgewetzt und schmutzig. Im Raum stehende Töpfe mit merkwürdigen Baumwurzeln waren umgeben von Staub – ob die jemals bewegt wurden zur Bodenreinigung?

Als wir fertig waren und gehen wollten, begaben wir uns zum Bezahlen. Dies lief mit Kreditkarte und problemlos. Da alle eilig am Gehen waren, schauten wir uns den Beleg zu Hause erst genauer an. Hier kam nun das negativste am ganzen Brunch: Alle Getränke außer dem Kaffee wurden extra berechnet, Wasser Saft und Tee sind einzeln aufgeführt und separat berechnet. Ein Schlag ins Gesicht bei der Bewerbung des Angebotes, das diese im Preis inbegriffen sein sollten.

Unser Fazit:

Man konnte gemütlich sitzen und nach draußen schauen, und wenn die Bedienung einmal da war, war diese immer freundlich. Das Angebot war ausreichend und der Geschmack auch meist in Ordnung. Leider kein Angebot, auf das wir wieder zurückgreifen werden. Zuviel Negatives ist uns aufgefallen. Da hat Goslar bessere Angebote zu bieten.

Alles in allem sind wir aus dem Hause „Wöltingerode“ ganz andere Qualitäten gewohnt und waren doch sehr enttäuscht.

Hier nur eine Eule für den guten Ansatz, aber für mehr muss noch einiges mehr getan werden.

1 Eulen

Nachtrag: Auf Nachfrage wurde der Betrag der für die Getränke gezahlt wurde, mittlerweile erstattet. Das Angebot wird aber so angepasst, das die Getränke jetzt extra gezahlt werden müßen. Das rechtfertigt einen Besuch bei einem Preis von über 20,- € pro Person in meinen Augen nicht mehr.

 

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